Newsletter Ausgabe 32 - August/September 2012

Zur Notwendigkeit einer spirituellen Ökologie

In dieser Ausgabe des Newsletters von AMORC - Die Rosenkreuzer möchten wir Sie auf eine besondere Rede von Christian Bernard aufmerksam machen. Als internationaler Präsident und Imperator von AMORC sprach Christian Bernard im Vorfeld der Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung, Rio+20, vor dem brasilianischen Parlament über die Notwendigkeit einer spirituellen Ökologie und nahm dabei auch Bezug auf die Positio Fraterniatis Rosae Crucis, das Manifest der Rosenkreuzer für das dritte Jahrtausend.

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

Es ist kein Geheimnis, die Menschheit befindet sich in einer tiefen Krise, und immer mehr Menschen scheinen dies zu spüren. Es scheint als hätten wir die Kontrolle über unser Leben verloren, individuell und kollektiv.

Das dem Alt-Griechischen entstammende Wort Krise bedeutet so viel wie Ent-scheidung, Wendepunkt, laut Duden eine entscheidende Wendung. John F. Kennedy erläuterte einst in einer Rede, dass die Chinesen zwei Pinselstriche verwenden, um das Wort Krise zu schreiben. „Ein Pinselstrich steht für Gefahr, der andere für Gelegenheit. Sei Dir in einer Krise der Gefahr bewusst, aber erkenne die Gelegenheit“, so Kennedy.

Die Menschheit steht an einem Scheideweg. Wir sind ernüchtert und beginnen zu erkennen, dass es keine Garantie für eine angenehme Zukunft gibt, schon gar nicht, wenn wir so weiter machen wie bisher. Wir erkennen, dass es viel wahrscheinlicher ist, dass das Leben für die Generation unserer Kinder weniger gut wird als das unsere, wofür wir die Verantwortung mittragen. Die Wahrnehmung umfassender Krisen, sowohl auf individueller als auch auf kollektiver Ebene, resultiert aus dem Bewusstsein, dass wir trotz all unserer Bemühungen nicht in der Lage sind, dauerhaftes Glück zu produzieren.

Auf der Ebene des Individuums verpüren wir unsere eigenen Befindlichkeiten, Gefühle der Bedeutungslosigkeit, der Frustration und der persönlichen Unsicherheit. Die globalen Dimensionen der Krise verstärken die persönliche Verunsicherung, sei es durch die Auswirkungen der Finanzkrise oder durch Umweltkatastrophen und ökologische Probleme. Auf internationaler Ebene jagt ein Gipfeltreffen das nächste und internationale Organisationen scheinen sich vergeblich um Lösungen zu bemühen. So fand vom 20. Bis 22. Juni 2012 mit Rio+20 erneut ein Gipfeltreffen in Brasilien statt, das unter dem Titel „Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung“ stand.

Im Vorfeld dieser Konferenz hatte der internationale Präsident und Imperator des AMORC, Christian Bernard, die Gelegenheit, eine Rede vor dem brasilianischen Parlament zur Notwendigkeit einer spirituellen Ökologie zu halten.

Wir müssen beginnen, über die Vorteile nachzudenken, die uns die Harmonie mit der Kraft der Natur ermöglicht und das empfindliche Gleichgewicht bewahren, bevor es zu spät ist. Wir müssen erkennen, dass wir alle Teil eines Systems sind, das alle Menschen umfasst und anfangen, uns entsprechend zu verhalten. Eine korrekte altruistische Haltung anderen gegenüber bedeutet, unsere Absichten, Gedanken und Sorgen, sowie unser Handeln auf das Wohlergehen anderer zu richten. Die Natur lehrt uns, wie man im perfekten Gleichgewicht existieren kann, wobei jedes Element des Systems zur Stabilität und Aufrechterhaltung des Systems beiträgt. Zum Beispiel ist jedes Element eines Ökosystems lebenswichtig für das Überleben des gesamten Systems. Darüber hinaus sind die Ökosysteme selbst für Ihre eigene Existenz von der Stabilität anderer Ökosysteme abhängig, so dass kein Teil der Natur bestehen kann, ohne dass alle anderen Teile der Natur bestehen bleiben. Auch Zellen eines Organismus vereinigen sich in der Absicht, den gesamten Körper aufrecht zu erhalten. Jede Zelle im Körper erhält, was sie zum eigenen Fortbestehen benötigt, und dient mit der verbleibenden Energie dem restlichen Körper. Auf der Ebene der Natur arbeitet das Individuum zum Wohle des Ganzen, dessen Teil es ist, und darin findet es seine Ganzheit. Ohne altruistische Handlungen kann ein Körper nicht bestehen. Das Leben selbst kann nicht bestehen.

So sind alle Teile der Natur in einer Einheit, in einem umfassenden System verbunden. Dies gilt auch für den Menschen als Teil der Natur und alle Menschen bilden gemeinsam die Menschheit, quasi als übergeordneten Organismus. Da ein Kollektiv immer aus einzelnen Einheiten gebildet wird, kommt jedem von uns persönlich eine ganz besondere Verantwortung zu. Wenn ein einzelner Mensch seine Haltung gegenüber anderen verändert, bewirkt er eine Veränderung in der gesamten Menschheit. Wenn ein einzelner Mensch seine Haltung anderen gegenüber verändert, löst dies eine Kette von Ereignissen aus, einen Prozess unbewusster, positiver Veränderungen im Bewusstsein aller Menschen.

Christian Bernard ruft uns alle auf, unserer persönlichen Verantwortung gerecht zu werden und uns entsprechend zu verhalten. Dabei ist er sich stets bewusst, dass es immer leichter ist, Ratschläge zu geben, als diese zu befolgen. Er kennt die Fehler, Ängste und Unzulänglichkeiten des Menschen sehr genau und gerade dadurch helfen seine Worte und seine Liebe zu den Menschen, sich auszurichten und das Leben bewusst zu gestalten. Jeder Einzelne von uns trägt als Teil des Ganzen die Verantwortung für seine eigene Entwicklung und damit für die Entwicklung der gesamten Menschheit.

In seiner Rede nimmt Christian Bernard Bezug auf die Postio Fraternitatis Rosae Crucis, das Rosenkreuzer- Manifest des dritten Jahrtausends, in dem die heutigen Rosenkreuzer Stellung nehmen zu der gegenwärtigen Situation, in der sich die Menschheit befindet. Ursache und Ausweg aus der aktuellen Situation werden klar benannt, auf Basis der Weltanschauung der Rosenkreuzer. Wie schon unseren Brüdern und Schwestern in der Vergangenheit, liegt es auch uns am Herzen, zu vermehrtem Humanismus und verstärkter Spiritualität aufzurufen, denn wir sind davon überzeugt, dass der in der modernen Gesellschaft zur Zeit vorherrschende Individualismus und Materialismus nicht dazu angetan ist, den Menschen das Glück zu verschaffen, nach dem sie mit Recht streben. Dieses Rosenkreuzer-Manifest des dritten Jahrtausends unterstreicht die Notwendigkeit einer spirituellen Regeneration der Menschheit, sowohl individuell als auch kollektiv. Die richtige Befolgung der in der Positio Fraternitatis verborgenen Lebensweisheit führt zur harmonischen Übereinstimmung mit den Gesetzen des Kosmos und dem Willen der Welt. Die Kräfte des Kosmos sind fortwährend ohne Unterlass am Werk und stets aufbauend und schöpferisch. Diese Kräfte gilt es bewusst zu lenken, und wir sollten uns so oft wie möglich mit ganzem Herzen und Verstand in den Dienst der Einheit der Welt stellen.

Mit freundlichen Grüßen
AMORC - Die Rosenkreuzer

 

  

 

 

 
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