Newsletter Ausgabe 31 - Juni/Juli 2012

Spiritualität - Rosenkreuzerische Reflexionen

In dieser Ausgabe des Newsletters von AMORC - Die Rosenkreuzer möchten wir Sie auf eine besondere Neuerscheinung aus dem Verlag AMORC-Bücher hinweisen. "Rosenkreuzerische Reflexionen" lautet der Titel des erstmals in deutscher Sprache erschienen Werkes von Christian Bernard, des 1. Präsidenten von AMORC weltweit. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Lebenskunst" erschien der dritte Teil der Artikelserie über das Gesundheitskonzept der Rosenkreuzer.

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

Spiritualität lässt auf eine vergeistigte Gesamtnatur schließen. Ein spirituelles Leben zu führen, bedeutet, von Bestrebungen, Neigungen und inneren Antrieben bewegt zu werden, die im göttlichen Selbst wurzeln und sich im Gewissen äußern. Spiritualität kommt im Gebrauch jener höheren Kräfte und Fähigkeiten zum Ausdruck, von denen der Mensch bewegt und derer er gewahr wird. Es gibt darum edle Tugenden, die vornehmlich aus spirituellen Bereichen kommen. Wenn solche Tugenden auch nicht von allen Menschen geübt werden, so sind sie zumindest allen bekannt. Zu diesen Tugenden gehören Wahrheitsliebe, Gerechtigkeit, Bescheidenheit und Barmherzigkeit. Man kann diese ohne weiteres im täglichen Leben bei der Erfüllung seiner Aufgaben und bei seinen Gewohnheiten anwenden. Wenn wir darin übereinstimmen, dass die edlen Tugenden die Quintessenz der Spiritualität sind, dann wird man einen Menschen, der diese Tugenden an den Tag legt, als spirituell bezeichnen.

Es genügt nicht, die Tugenden nur zu kennen; man muss sie auch leben. Man kann sich nicht nur von der Welt zurückziehen und sich damit seinen Mitmenschen entziehen. Man kann nicht wirklich bescheiden sein, wenn man nur für sich zu sorgen hat, und jemand, der als Einsiedler seine Tage verbringt, kann sich kaum einmal als barmherzig erweisen. Man muss bereit sein, auch mitten in der Welt, mitten im Leben zu stehen. Solange ein Mensch nicht am gesamten Leben teilnimmt, sind seine Tugenden nicht sehr wirkungsvoll und wie eine noch nicht bestätigte Moraltheorie. So ist nicht derjenige ehrlich zu nennen, der immer nur von seinem persönlichen Eigentum umgeben ist, und auch nicht der, der dauernd überwacht wird. Ehrlichkeit erweist sich in der Fähigkeit, unehrlich sein zu können und sich doch von jeder Unehrlichkeit fernzuhalten.

So erkennt man, dass das spirituelle Leben ein durchaus praktisches ist, denn es setzt die Teilnahme an den Dingen dieser Welt voraus. Ein spiritueller Mensch ist derjenige, von dem die Leute sagen: „Er ist ein Mensch, der sein Wort hält. Ich würde ihm jederzeit alles anvertrauen. Sie können immer sicher sein, von ihm gerecht behandelt zu werden. Er hat ein Herz für alle.“ In diesem Sinne sind die gelebten Tugenden Wahrheitsliebe, Gerechtigkeit, Bescheidenheit und Barmherzigkeit Zeugen der Spiritualität. Wir finden Spiritualität daher nicht in Büchern, Predigten und Erklärungen, sondern in der Art und Weise, wie ein Mensch sich zu seinen Überzeugungen verhält. Taten wirken weiter, schneller und sind von längerer Dauer als Worte. Nichts von dem, was wir tun, ist so profan, dass es eine Verletzung des spirituellen Wesens darstellt, sofern alles im Rahmen der Tugenden abläuft, die der Mensch hochhält.

Spirituelle Alchymie


Menschen haben bestimmte Fehler wie Stolz, Selbstsucht, Eifersucht, Intoleranz usw. bis hin zu der Tatsache, dass sie die Tugenden ihrer göttlichen Seele überhaupt nicht geweckt haben. Wir alle sind unvollkommen, aber das Ziel unserer Entwicklung ist, Vollkommenheit zu erreichen, so weit wir es als menschliche Wesen können. Diesen Zustand erreichen wir aber nur, wenn wir unsere Persönlichkeit von negativen Unzulänglichkeiten gereinigt haben. Und dazu gehört, die Tugenden der göttlichen Seele in uns zu wecken. Der mystische Prozess der spirituellen Alchymie besteht für Menschen darin, ihre Fehler mit Hilfe der Lebensumstände abzuändern, so wie es das göttliche Feuer in unserem Inneren verlangt.

Wie wir alle aus eigener Erfahrung wissen, ist es immer leichter, über Gutes zu sprechen, als es zu tun. Um unsere Unzulänglichkeiten zu überwinden, dürfen wir unsere Fehler auf keinen Fall bekämpfen, was man leider gerne tut. Indem man sie bekämpft, betont man sie sogar noch, denn unser Ego benutzt die Situation, um unser Verhalten in seinem Sinne noch stärker zu beeinflussen. Christian Bernard zeigt, wie wir versuchen sollten, von dem betreffenden Fehler Abstand zu nehmen, indem wir versuchen, uns auf sein genaues Gegenteil zu konzentrieren und uns auf diese Weise in unserem Verhalten positiv auszurichten.

Christian Bernard war mehr als eineinhalb Jahrzehnte Großmeister der französischsprachigen Jurisdiktion und ist seit über 20 Jahren internationaler und weltweiter Präsident des Alten und Mystischen Ordens vom Rosenkreuz. Sein aktuelles Werk vermittelt in Texten und Interviews wichtige Aussagen über das hohe Bewusstsein dieser von AMORC bewahrten universalen Lehre.

> zum Artikel: "Spirituelle Alchymie" von Christian Bernard


Rosenkreuzerische Reflexionen

Der Artikel "Spirituelle Alchymie" ist ein Kapitel aus seinem erstmals in deutscher Sprache erschienen Buch "Rosenkreuzerische Reflexionen", erschienen 2012 im Verlag AMORC-Bücher. 

Christian Bernard:  Rosenkreuzerische  Reflexionen
Verlag AMORC-Bücher 2012, 220 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-925972-28-7, € 22,80

> zum Buch im Shop

Das Gesundheitskonzept der Rosenkreuzer

In der Zeitschrift Lebenskunst erschien in der aktuellen Ausgabe soeben der dritte Teil der Artikelserie über das Gesundheitskonzept der Rosenkreuzer:

> zu Teil 3, Gesundheit und Krankheit, Lebenskunst, Ausgabe Sommer 2012

> zu Teil 2, Die Aura des Menschen, Lebenskunst, Ausgabe Frühjahr 2012

> zu Teil 1, Aus den Schriften des AMORC, Ausgabe Winter 2011/2012

Mit freundlichen Grüßen
AMORC - Die Rosenkreuzer

 

  

 

 

 
KONTAKT AMORC - Die Rosenkreuzer
Lange Str. 69
D-76530 Baden-Baden
Tel: 0049 – (0)7221 – 66 0 41
Fax: 0049 – (0)7221 – 66 0 44
E-Mail: info@amorc.de
AMORC auf Facebook
  • buecher
  • buecher
  • buecher