Newsletter April 2011

Der Raum als heiliger Ort des Menschender

Mitgliedern von AMORC - Die Rosenkreuzer ist das Heimsanktuarium ein Begriff. Das Heimsanktuarium ist der Raum, den der Schüler auf dem Weg des Rosenkreuzes seinen mystischen Studien gewidmet hat. Einen solchen heiligen Raum sollte sich jeder Mensch schaffen, um seine geistige Ausrichtung für den Alltag zu stärken. Der Artikel von Christian Bernard dient hier als wunderbare Einführung und zugleich als Leseprobe des in neuer Auflage im Verlag AMORC-Bücher erschienenen Titels "So Möge Es Sein!" von Christian Bernard.

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

Nach der überlieferten Tradition der Rosenkreuzer ist der Mensch ein duales Wesen. Diese Gesetzmäßigkeit treffen wir auch im Alltag an, denn jeder von uns ist ja selbst Substanz und Essenz, oder Körper und Seele. Somit ist das menschliche Bewusstsein in zwei Welten wirksam: einmal in unserer objektiven Umgebung, zum anderen in unserem inneren Universum.

Jedoch wird keinem Menschen je Erleuchtung zuteil, wenn er seiner materiellen Welt den Rücken zukehrt. Erst muss er hier die Meisterung seines Lebens erlangen und dabei sein Gottesverständnis erwecken. D.h. bevor man versucht, sich auf den Rhythmus der universalen Liebe einzuschwingen, sollte man versuchen, sich auf das Niveau der Liebe abzustimmen, die der Mensch gegenüber seiner Erde und gegenüber allen Kreaturen aufbringen müsste, die diesen Erdball bewohnen.

Die ganze Menschheit wird in ihrer weiteren Entwicklung solange blockiert sein, wie eine Mehrheit der Menschen daran festhält, sich als eine Sonderklasse außerhalb der übrigen Naturbereiche zu betrachten. Dies hat zur Folge, dass die Menschen in ihrer Gesamtheit die kollektive Initiationsschwelle nicht werden überschreiten können, was aber den schlussendlichen Übergang zum Wassermann-Zeitalter markieren sollte. Dieser neuen Ära ist es vorbehalten, der Menschheit das goldene Zeitalter der Erkenntnis, der Brüderlichkeit und des Friedens unter den Völkern zu bringen. Hier sollten wir uns angesprochen fühlen und unseren geistigen Beitrag liefern.

Die Zeit ist vorüber, sich damit zufrieden zu geben, schön über Mystik zu sprechen und seinem Ego mit theoretischen Ausführungen über die Geistigkeit zu schmeicheln. Jetzt ist der Moment gekommen, das im Tun zu verwirklichen, was wir vom Gott unserer Herzen wirklich verstanden haben. Denn ein Raum wird erst zu einem heiligen Ort, wenn er es der Rose ermöglicht, sich am Kreuze, das wir alle tragen, zu entfalten.

Der heilige Raum

Der Körper des Menschen ist in seiner Eigenschaft als Tempel der Seele das Heiligste, was der Mensch greifbar besitzt. Wenn unser Körper wirklich der Tempel unserer Seele ist, dann sind wir als irdische Persönlichkeiten alle zusammen das Allerheiligste eines noch größeren Tempels, nämlich das Sanktuarium des Gotteshauses, genannt Erde. Und dies bedeutet, dass der Mensch nicht als Einzelwesen den heiligen Raum darstellt, sondern dass er selbst nur ein Element desselben bildet. Und so haben wir zu beachten, dass die Erde für die menschliche Kollektivität das bedeutet, was der menschliche Körper für jede Gemeinschaft darstellt, nämlich ein stoffliches Instrument im Dienste der Kosmischen Entfaltung.

Gott in seiner Eigenschaft als unsichtbare Essenz und Energie wirkt grundsätzlich ausschließlich aufbauend; aber an uns Menschen liegt es, diese Kräfte in unserer Welt zum Wirken zu bringen. Wir müssen aktiv werden und das schöpferische Potential bewusst lenken, das uns der Kosmos ständig bereit hält. Wenn wir nichts unternehmen und in Neutralität verharren, dann tritt unweigerlich das vom Guten abgekehrte auf den Plan. So sind nämlich Passivität und Neutralität treue Diener des Schlechten.

Für den Rosenkreuzer ist das Heimsanktuarium zweifellos der geeignete heilige Ort, um im Unsichtbaren die Ursachen zu formen, die dann im Sichtbaren ihre positiven Wirkungen zeitigen werden. Die von unserer eigenen Ausstrahlung geschaffene Atmosphäre im Heimsanktuarium schafft die idealen Bedingungen für unsere metaphysische Arbeit. Und so steigert sich mit der Zeit langsam die Wirksamkeit unserer gesamten mystischen Aktivitäten zu unserem eigenen Nutzen und zum Vorteil der anderen. An diesem geheiligten Ort ist es uns vergönnt, Tugenden unseres Seelenbewusstseins ins Sichtbare aufblühen zu lassen, sowie den erhabenen Ausdruck von Kräften göttlicher Weisheit.

Für den Studierenden ist dieser Ort wirklich das Vorzimmer zwischen dem Sanktuarium seines Inneren und dem irdischen Tempel, aus dem heraus er arbeiten muss. Der Studierende ist Mittler zwischen einer sichtbaren und einer unsichtbaren Welt. Warum? Weil wir ständig einer geistigen Lenkung und des Schutzes bedürfen, um unser Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, solange wir nicht fähig sind, Gott durch uns denken, sprechen und handeln zu lassen. Das Heimsanktuarium des Rosenkreuzers ist sowohl sein inneres Laboratorium als auch sein Oratorium. Es ist also nicht ein Refugium, in das man sich gelegentlich zurückzieht, sondern vielmehr ein geheiligter Raum, aus welchem heraus wir immer wieder die großen Richtlinien unseres mystischen Gebarens neu entwickeln müssen.

> zum Artikel: Der heilige Raum

Aktuelle Neuauflage: So Möge Es Sein! von Christian Bernard

Christian Bernard war vor seiner Berufung zum aktuellen Präsidenten von AMORC - Die Rosenkreuzer von 1977 bis 1993 verantwortlich für die französischsprachigen Länder. Während dieser Zeit stand er zahlreichen Rosenkreuzer-Konventen vor. Bei dieser Gelegenheit äußerte er sich über verschiedene Themen in Zusammenhang mit Spiritualität und Philosophie. Für dieses Buch hat er einige Vorträge aus seiner entsprechenden Sammlung ausgesucht. Dadurch soll erreicht werden, dass jeder an Mystik interessierte Sucher mehr Einblick in die Weisheit erhalten kann, so wie sie die Rosenkreuzer-Tradition vermittelt.

Christian Bernard "So Möge Es Sein!" Verlag AMORC-Bücher, 190 Seiten, Paperback, 2. Auflage 2011, ISBN 978-3-925972-54-6, 19,80 €

> hier das Buch bestellen

Mit freundlichen Grüßen
AMORC - Die Rosenkreuzer

 

  

 

 

 
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